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Warum kratzen sich Hunde ständig und wann wird es bedenklich?

Mein Golden Retriever Max kratzte sich letzte Woche so heftig, dass ich nachts davon aufgewacht bin. Das metallische Klirren seines Halsbands um drei Uhr morgens war nicht zu überhören. Nach einem Tierarztbesuch und einigen Tests wurde mir klar: übermäßiges Kratzen ist oft das erste Anzeichen für ernstere Gesundheitsprobleme.

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TL;DR

  • Hunde kratzen sich normal 3 bis 5 Mal pro Stunde; häufiger als alle 10 Minuten ist bedenklich.

  • Etwa 30 Prozent aller Tierarztbesuche haben eine hautbedingte Ursache beim Hund.
  • Ein einziger Floh kann bis zu 50 Eier täglich legen und das Problem schnell verschlimmern.

Was als harmlose Gewohnheit erscheint, kann verschiedene Ursachen haben – von simplen Allergien bis hin zu komplexeren Hauterkrankungen.

Das Problem ist weit verbreitet. Studien zeigen, dass etwa 30% aller Tierarztbesuche hautbedingt sind. Viele Hundebesitzer unterschätzen die Signale ihres Vierbeiners und warten zu lange mit der Behandlung.

Ist tägliches Kratzen bei Hunden normal?

Ja, bis zu einem gewissen Grad schon. Hunde kratzen sich durchschnittlich 3-5 Mal pro Stunde – das ist völlig normal. Dieses Verhalten dient der natürlichen Körperpflege und dem Komfort.

Problematisch wird es, wenn dein Hund sich häufiger als alle 10 Minuten kratzt oder dabei Wunden entstehen. Ich beobachte Max seit Jahren und kenne seine Kratzmuster. Normale Kratzer sind kurz und gezielt – meist dauern sie nur 2-3 Sekunden.

Bedenklich ist es, wenn das Kratzen obsessiv wird oder dein Hund sich dabei blutig kratzt. Achte besonders auf nächtliches Kratzen. Hunde, die tagsüber abgelenkt sind, zeigen problematisches Kratzverhalten oft erst in ruhigen Momenten.

Weitere Warnsignale sind Kratzen an immer derselben Stelle, begleitet von Winseln oder Unruhe. Wenn dein Hund nach dem Kratzen nicht entspannter wirkt, sondern weiter unruhig bleibt, stimmt etwas nicht.

Die Intensität macht den Unterschied. Normales Kratzen hinterlässt keine Spuren. Problematisches Kratzen führt zu Rötungen, Kratzspuren oder sogar kleinen Wunden.

Welche Ursachen stecken hinter ständigem Kratzen?

Die häufigste Ursache sind Parasiten – Flöhe, Zecken oder Milben. Selbst bei regelmäßiger Fellpflege können sich diese Plagegeister einnisten. Ein einziger Floh kann bis zu 50 Eier pro Tag legen, wodurch sich das Problem schnell verschärft.

Allergien stehen an zweiter Stelle. Futtermittelallergien, Umweltallergien gegen Pollen oder Hausstaubmilben lösen oft intensiven Juckreiz aus. Bei Max war es eine Allergie gegen bestimmte Gräserpollen. Diese entwickelte sich erst im Alter von vier Jahren – Allergien können jederzeit auftreten.

Trockene Haut durch Heizungsluft im Winter oder zu häufiges Baden kann ebenfalls zu verstärktem Kratzen führen. Die natürliche Schutzschicht der Haut wird dabei zerstört. Besonders betroffen sind Hunde in beheizten Wohnungen mit niedriger Luftfeuchtigkeit.

Hautinfektionen durch Bakterien oder Pilze verursachen starken Juckreiz. Diese entstehen oft sekundär durch Kratzverletzungen. Die warme, feuchte Umgebung unter dem Fell bietet ideale Bedingungen für Krankheitserreger.

Hormonelle Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion können die Hautgesundheit beeinträchtigen. Die Haut wird dünner und anfälliger für Reizungen. Auch Diabetes kann zu Hautproblemen führen.

Kontaktallergien gegen Reinigungsmittel, neue Teppiche oder Hundespielzeug sind häufiger als gedacht. Oft übersehen Besitzer, dass neue Gegenstände im Haushalt die Auslöser sein können.

Woran erkenne ich Parasiten als Ursache?

Flöhe sind oft schwer zu entdecken, aber ihre Hinterlassenschaften nicht. Schwarze Krümel im Fell, die sich bei Kontakt mit Wasser rot färben, sind Flohkot. Diese “Flohkrümel” findest du besonders am Rücken, an der Schwanzbasis und am Bauch.

Ein einfacher Test: Kämme deinen Hund über einem weißen Tuch. Fallen schwarze Krümel heraus, die sich bei Wasserkontakt rötlich verfärben, hast du den Beweis. Das rote Verfärben kommt vom verdauten Blut in den Flohexkrementen.

Zecken fühlst du beim Streicheln als kleine, harte Knubbel. Sie sitzen bevorzugt an warmen Körperstellen wie Ohren, Achseln oder zwischen den Zehen. Entferne sie sofort mit einer Zeckenzange. Drehe dabei nicht – ziehe sie gerade heraus.

Milben verursachen oft kahle Stellen und starken Juckreiz. Die Haut wird schuppig und entzündet sich. Ein Tierarzt kann Milben durch Hautgeschabsel nachweisen. Räudemilben sind besonders problematisch und hochansteckend.

Läuse sind bei Hunden seltener, aber möglich. Sie erscheinen als kleine, gelbliche Insekten und ihre Eier (Nissen) kleben fest am Haarschaft. Läuse übertragen sich nur von Hund zu Hund.

Grasmilben sind im Spätsommer aktiv und verursachen intensiven Juckreiz zwischen den Zehen und am Bauch. Die orangeroten Larven sind mit bloßem Auge erkennbar.

Bei Parasitenbefall kratzen sich Hunde meist an verschiedenen Körperstellen. Das unterscheidet sie von lokalisierten Hautproblemen.

Wie erkenne ich eine Allergie bei meinem Hund?

Allergien zeigen sich meist durch saisonales oder dauerhaftes Kratzen ohne sichtbare Parasiten. Die Haut rötet sich, schwillt an oder bildet Pusteln. Typisch sind auch tränende Augen und häufiges Niesen.

Futtermittelallergien äußern sich oft durch Kratzen am Kopf, an den Ohren oder Pfoten. Zusätzlich können Durchfall oder Erbrechen auftreten. Eine Ausschlussdiät über 8-12 Wochen bringt Klarheit. Dabei fütterst du nur eine Proteinquelle, die dein Hund noch nie bekommen hat.

Umweltallergien verstärken sich meist zu bestimmten Jahreszeiten. Wenn dein Hund hauptsächlich im Frühling oder Sommer kratzt, deutet das auf Pollenallergie hin. Hausstaubmilbenallergien sind ganzjährig vorhanden, verstärken sich aber in beheizten Räumen.

Kontaktallergien entstehen durch direkten Hautkontakt mit Allergenen. Neue Hundebetten, Waschmittel oder Gartenpflanzen können Auslöser sein. Die Reaktion zeigt sich meist an den Kontaktstellen – Bauch, Pfoten oder Schnauze.

Atopische Dermatitis ist eine erbliche Veranlagung zu Allergien. Betroffene Hunde reagieren auf verschiedene Umweltallergene. Die Symptome beginnen meist zwischen 6 Monaten und 3 Jahren.

Kreuzallergien sind möglich – Hunde, die auf Gräserpollen reagieren, können auch auf bestimmte Getreidesorten im Futter allergisch sein. Das macht die Diagnose kompliziert.

Allergietests beim Tierarzt können helfen, aber sie sind nicht immer eindeutig. Oft ist eine Kombination aus Bluttest, Hauttest und Eliminationsdiät nötig.

Können Stress und Langeweile Kratzen verursachen?

Absolut. Hunde entwickeln bei Stress oder Unterforderung oft Verhaltensstereotypien – dazu gehört auch exzessives Kratzen oder Lecken. Diese Verhaltensweisen werden zur Stressabfuhr eingesetzt.

Ich habe das bei einem Bekannten erlebt: Sein Labrador kratzte sich nach einem Umzug wochenlang blutig. Erst als sich der Hund an die neue Umgebung gewöhnt hatte, hörte das Kratzen auf. Veränderungen im Lebensumfeld sind häufige Stressauslöser.

Langeweile führt zu ähnlichen Problemen. Hunde, die zu wenig Beschäftigung bekommen, suchen sich eigene “Aktivitäten” – leider oft selbstschädigende. Besonders intelligente Rassen wie Border Collies oder Australian Shepherds sind betroffen.

Trennungsangst kann sich durch zwanghaftes Kratzen äußern. Hunde kratzen sich dann besonders, wenn sie alleine sind. Oft entstehen dabei Hotspots an leicht erreichbaren Stellen wie Pfoten oder Beinen.

Soziale Konflikte mit anderen Haustieren oder Familienmitgliedern können Stress verursachen. Der Hund kratzt sich dann als Übersprungshandlung. Auch Rangordnungsprobleme im Mehrhundehaushalt sind mögliche Auslöser.

Lärmstress durch Baustellen, Feuerwerk oder laute Musik kann zu verstärktem Kratzen führen. Manche Hunde sind besonders geräuschempfindlich und reagieren körperlich auf akustischen Stress.

Zwanghaftes Kratzen entwickelt sich oft schleichend und wird zur Gewohnheit

. Selbst wenn der ursprüngliche Stressauslöser wegfällt, kann das Verhalten bestehen bleiben.

Wann sollte ich definitiv zum Tierarzt?

Sofort, wenn dein Hund sich blutig kratzt oder offene Wunden entstehen. Bakterielle Infektionen können sich schnell ausbreiten und zu ernsteren Problemen führen. Offene Wunden sind Eintrittspforten für Krankheitserreger.

Auch bei kahlen Stellen, starker Rötung oder übelriechendem Geruch aus dem Fell ist ein Tierarztbesuch unumgänglich. Diese Symptome deuten auf Hautinfektionen oder Pilzbefall hin. Pilzinfektionen können auf Menschen übertragbar sein.

Wenn das Kratzen länger als eine Woche anhält oder sich verschlimmert, zögere nicht

. Frühe Behandlung verhindert chronische Hautprobleme. Was anfangs harmlos erscheint, kann sich zu komplexen Hauterkrankungen entwickeln.

Nächtliches Kratzen, das den Schlaf stört, ist immer bedenklich. Gesunde Hunde kratzen sich nachts normalerweise nicht. Wenn du regelmäßig durch Kratzgeräusche geweckt wirst, liegt ein Problem vor.

Verhaltensveränderungen wie Appetitlosigkeit, Lethargie oder Aggressivität in Verbindung mit Kratzen sind Alarmsignale. Der Hund leidet dann bereits erheblich unter dem Juckreiz.

Schwellungen, Pusteln oder Bläschen auf der Haut erfordern sofortige tierärztliche Behandlung. Diese können Anzeichen für schwere allergische Reaktionen oder Autoimmunerkrankungen sein.

Wenn mehrere Haustiere gleichzeitig anfangen zu kratzen, deutet das auf ansteckende Parasiten oder Pilzinfektionen hin. Alle Tiere sollten dann untersucht werden.

Erfolglose Selbstbehandlung nach 3-5 Tagen ist ein klares Signal für professionelle Hilfe. Hausmittel können das Problem manchmal verschlimmern.

Welche Hausmittel können vorübergehend helfen?

Haferflocken-Bäder beruhigen gereizte Haut. Mahle eine Tasse Haferflocken fein und löse sie in lauwarmem Badewasser auf. Lass deinen Hund 10-15 Minuten darin stehen. Die Saponine in Haferflocken haben entzündungshemmende Eigenschaften.

Das Wasser sollte nicht zu warm sein – maximal 37°C. Zu heißes Wasser verstärkt den Juckreiz. Nach dem Bad tupfe das Fell vorsichtig trocken, rubbele nicht. Wiederhole das Bad alle 2-3 Tage bei akuten Problemen.

Kokosöl hat antibakterielle Eigenschaften und spendet Feuchtigkeit. Trage eine dünne Schicht auf die betroffenen Stellen auf – aber nur, wenn keine offenen Wunden vorhanden sind. Verwende nur kaltgepresstes, unbehandeltes Kokosöl.

Kokosöl enthält Laurinsäure, die antimikrobiell wirkt. Es zieht gut in die Haut ein und hinterlässt keinen fettigen Film. Achte darauf, dass dein Hund nicht zu viel davon ableckt – größere Mengen können abführend wirken.

Aloe Vera Gel (ohne Zusätze) kühlt und beruhigt entzündete Hautstellen. Achte darauf, dass dein Hund es nicht ableckt, da es abführend wirken kann. Verwende nur reines Aloe Vera Gel ohne Alkohol oder Duftstoffe.

Kamillentee als Spülung kann bei leichten Entzündungen helfen. Lass starken Kamillentee abkühlen und spüle die betroffenen Stellen damit. Kamille wirkt entzündungshemmend und beruhigend.

Apfelessig (verdünnt 1:1 mit Wasser) kann bei Pilzinfektionen helfen. Tupfe die Lösung vorsichtig auf die Haut. Nicht bei offenen Wunden verwenden – das brennt und kann schaden.

Kühle Kompressen lindern akuten Juckreiz. Wickle Eiswürfel in ein Handtuch und halte sie für 10-15 Minuten an die juckende Stelle. Das betäubt vorübergehend die Nervenenden.

Wie kann ich Kratzen bei meinem Hund vorbeugen?

Regelmäßige Fellpflege ist das A und O. Bürste deinen Hund täglich und kontrolliere dabei die Haut auf Veränderungen. So entdeckst du Probleme früh. Verwende eine Bürste, die bis zur Haut reicht und lose Haare entfernt.

Bei langhaarigen Rassen ist tägliches Bürsten Pflicht. Verfilzungen schaffen ein feuchtes Milieu, in dem sich Bakterien und Pilze wohlfühlen. Achte besonders auf Stellen, die zur Verfilzung neigen – Achseln, Ohren, Hinterbeine.

Verwende nur spezielles Hundeshampoo und bade deinen Hund nicht öfter als nötig. Zu häufiges Waschen trocknet die Haut aus und verstärkt den Juckreiz. Einmal im Monat reicht bei den meisten Hunden völlig aus.

Wähle pH-neutrale Shampoos für Hunde. Der pH-Wert der Hundehaut liegt bei 5,5-7,5 und unterscheidet sich von menschlicher Haut. Menschenshampoo kann die Hautbarriere schädigen.

Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren unterstützt die Hautgesundheit. Fischöl oder spezielles Hundefutter mit Lachs können helfen. Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungshemmend und stärken die Hautbarriere.

Kontrolliere regelmäßig auf Parasiten, besonders nach Spaziergängen in hohem Gras oder Wald. Zecken und Flöhe übertragen sich oft in der freien Natur. Eine monatliche Parasitenvorsorge ist sinnvoll.

Halte die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung zwischen 40-60%. Zu trockene Luft schadet der Haut. Luftbefeuchter oder Wasserschalen an den Heizkörpern können helfen.

Stressreduktion ist oft unterschätzt, aber sehr wichtig für die Hautgesundheit

. Sorge für ausreichend Bewegung, mentale Beschäftigung und einen geregelten Tagesablauf.

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Kratzen?

Minderwertiges Futter mit vielen Zusatzstoffen kann Allergien auslösen. Ich habe Max auf getreidefreies Futter umgestellt und seine Hautprobleme haben sich deutlich verbessert. Künstliche Farbstoffe, Konservierungsmittel und Geschmacksverstärker sind häufige Auslöser.

Häufige Allergieauslöser sind Rindfleisch, Huhn, Weizen, Soja und Mais. Eine Eliminationsdiät hilft dabei, den Übeltäter zu identifizieren. Dabei fütterst du 8-12 Wochen nur eine Proteinquelle und eine Kohlenhydratquelle, die dein Hund noch nie bekommen hat.

Während der Eliminationsdiät sind alle Leckerlis, Kauartikel und Tischreste tabu. Auch Familienmitglieder müssen konsequent mitmachen. Ein einziges falsches Leckerli kann das Ergebnis verfälschen.

Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren können die Hautbarriere stärken

. Sprich aber vorher mit deinem Tierarzt über die richtige Dosierung. Zu viel kann zu Verdauungsproblemen führen.

Zink und Biotin sind wichtig für die Hautgesundheit. Ein Mangel kann zu Hautproblemen und verstärktem Kratzen führen. Hochwertige Hundefutter enthalten diese Nährstoffe in ausreichender Menge.

Probiotika können bei Futtermittelallergien helfen. Sie unterstützen die Darmgesundheit und können allergische Reaktionen reduzieren. Eine gesunde Darmflora beeinflusst das Immunsystem positiv.

Frisches Wasser ist essentiell für die Hautgesundheit. Dehydrierung macht die Haut trocken und anfällig für Reizungen. Stelle sicher, dass dein Hund immer Zugang zu sauberem, frischem Wasser hat.

Leckerlis sollten die gleichen Qualitätskriterien erfüllen wie das Hauptfutter. Viele Hundebesitzer achten auf hochwertiges Futter, aber nicht auf die Leckerlis. Diese können ebenfalls Allergien auslösen.

Können bestimmte Hunderassen anfälliger für Kratzen sein?

Ja, definitiv. Hunde mit Falten wie Bulldoggen oder Shar Peis leiden häufiger unter Hautproblemen. In den Falten sammeln sich Bakterien und Feuchtigkeit. Diese Bereiche müssen täglich gereinigt und trocken gehalten werden.

Brachycephale Rassen (mit verkürzter Schnauze) haben oft Probleme mit der Temperaturregulation. Sie überhitzen schneller, was zu vermehrtem Schwitzen und Hautproblemen führen kann.

Rassen mit dichtem Unterfell wie Golden Retriever oder Deutsche Schäferhunde neigen zu Hotspots – nässenden, entzündeten Hautstellen. Diese entstehen oft durch eingeschlossene Feuchtigkeit nach dem Baden oder bei nassem Wetter.

Weiße Hunde haben häufiger Allergien und Hautkrebs. Ihre helle Haut ist empfindlicher gegenüber UV-Strahlung und Umwelteinflüssen. West Highland White Terrier und Dalmatiner sind besonders betroffen.

Pudel und andere Rassen mit ständig wachsendem Haar benötigen regelmäßige professionelle Pflege. Vernachlässigte Fellpflege führt zu Verfilzungen und Hautproblemen.

Deutsche Schäferhunde neigen genetisch zu Hautallergien und atopischer Dermatitis. Auch Labrador Retriever haben eine Veranlagung zu Umweltallergien.

Terrier-Rassen kratzen sich oft mehr als andere Hunde. Das liegt teilweise an ihrer ursprünglichen Zucht für die Jagd in Erdbauten, wo Kratzen ein natürliches Verhalten war.

Cocker Spaniel haben häufig Probleme mit Ohrentzündungen, die zu verstärktem Kratzen am Kopf führen. Ihre langen, hängenden Ohren schaffen ein feuchtes Milieu für Bakterien.

Was sind die häufigsten Fehler bei der Behandlung?

Der größte Fehler ist, das Problem zu ignorieren und zu hoffen, dass es von selbst verschwindet. Hautprobleme werden ohne Behandlung meist schlimmer. Je länger gewartet wird, desto komplizierter wird die Behandlung.

Viele Hundebesitzer verwenden Hausmittel ohne tierärztliche Absprache. Was bei Menschen hilft, kann für Hunde giftig oder schädlich sein. Teebaumöl zum Beispiel ist für Hunde toxisch und kann zu Vergiftungen führen.

Selbstmedikation mit menschlichen Medikamenten ist extrem gefährlich

. Cortison-Cremes oder Antihistaminika können bei Hunden schwere Nebenwirkungen haben. Die Dosierung und Wirkstoffe sind völlig anders als beim Menschen.

Zu häufiges Baden verschlimmert oft das Problem. Viele Besitzer denken, sie müssen den Hund täglich waschen, um Allergene zu entfernen. Das zerstört aber die natürliche Hautschutzschicht.

Antibiotika zu früh absetzen ist ein häufiger Fehler. Auch wenn die Symptome verschwinden, muss die Behandlung bis zum Ende durchgeführt werden. Sonst können resistente Bakterienstämme entstehen.

Nur die Symptome zu behandeln, ohne die Ursache zu suchen, führt zu wiederkehrenden Problemen. Ein Juckreiz-stillender Spray hilft kurzfristig, aber löst nicht das Grundproblem.

Mehrere Behandlungen gleichzeitig zu starten macht die Ursachenfindung schwierig. Wenn du gleichzeitig das Futter wechselst, Medikamente gibst und neue Pflegeprodukte verwendest, weißt du nicht, was hilft.

Zu ungeduldig zu sein ist menschlich, aber schädlich. Hautprobleme brauchen Zeit zur Heilung. Ständige Behandlungswechsel verwirren den Körper und verzögern die Genesung.

Wie lange dauert die Heilung bei Hautproblemen?

Das hängt von der Ursache ab. Parasitenbefall ist meist nach 2-4 Wochen behandelt, wenn du konsequent alle Tiere im Haushalt und die Umgebung mitbehandelst. Flöhe haben einen Entwicklungszyklus von 3-4 Wochen.

Bei Flöhen musst du bedenken, dass nur 5% der Population auf dem Hund leben. 95% befinden sich in der Umgebung als Eier, Larven oder Puppen. Deshalb ist die Umgebungsbehandlung so wichtig.

Allergien brauchen länger. Die Identifikation der Auslöser kann Monate dauern, und die Symptomkontrolle ist oft ein lebenslanger Prozess. Bei Max hat es drei Monate gedauert, bis wir die richtige Behandlung gefunden hatten.

Futtermittelallergien zeigen erste Besserungen meist nach 4-6 Wochen konsequenter Eliminationsdiät. Die vollständige Heilung kann aber 3-6 Monate dauern. Geduld ist hier entscheidend.

Bakterielle Hautinfektionen heilen bei richtiger Antibiotikabehandlung meist innerhalb von 2-3 Wochen ab. Wichtig ist, die Medikamente bis zum Ende zu geben, auch wenn die Symptome früher verschwinden.

Pilzinfektionen sind hartnäckiger und können 6-12 Wochen Behandlung erfordern. Dermatophyten (Hautpilze) sind besonders langwierig zu behandeln. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind nötig.

Hotspots können bei richtiger Behandlung innerhalb einer Woche abheilen. Ohne Behandlung breiten sie sich aber schnell aus und werden zu chronischen Problemen.

Stressbedingtes Kratzen hört oft erst auf, wenn der Auslöser beseitigt ist. Das kann Wochen bis Monate dauern. Zusätzlich muss das erlernte Kratzverhalten “verlernt” werden.

Chronische Hautprobleme erfordern oft lebenslange Behandlung. Das Ziel ist dann nicht Heilung, sondern Symptomkontrolle. Mit der richtigen Therapie können betroffene Hunde aber ein normales Leben führen.

Hund kratzt sich am Ohr wegen Juckreiz und Hautproblemen

Fazit

Ständiges Kratzen bei Hunden ist nie “nur eine Phase” – dahinter steckt immer eine Ursache. Je früher du handelst, desto besser sind die Heilungschancen und desto weniger leidet dein Hund. Beobachte das Kratzverhalten genau und scheue dich nicht vor einem Tierarztbesuch. Die Kosten für eine frühe Behandlung sind meist deutlich geringer als die für chronische Hautprobleme. Bei Max war es letztendlich eine Kombination aus Pollenallergie und zu häufigem Baden. Mit antiallergischen Medikamenten und angepasster Fellpflege ist er heute wieder der entspannte Hund von früher. Vertraue deinem Bauchgefühl – du kennst deinen Hund am besten.

Häufig gestellte Fragen

  1. Wie oft kratzen sich Hunde normalerweise pro Tag?
    Gesunde Hunde kratzen sich 3-5 Mal pro Stunde. Häufigeres Kratzen deutet auf Probleme hin.

  2. Können Hunde allergisch auf ihr eigenes Futter reagieren?
    Ja, Futtermittelallergien entwickeln sich oft erst nach Jahren mit demselben Futter.

  3. Hilft ein Trichter gegen ständiges Kratzen?
    Kurzfristig ja, aber er behandelt nicht die Ursache. Längerfristig kann er Stress verstärken.

  4. Kratzen sich Hunde nachts mehr als tagsüber?
    Oft ja, weil sie weniger Ablenkung haben. Auch niedrigere Luftfeuchtigkeit kann nachts verstärken.

  5. Kann zu häufiges Baden Kratzen verursachen?
    Definitiv. Mehr als einmal monatlich trocknet die Haut aus und verstärkt Juckreiz.